Die "Brettmannsche Badeanstalt" wird "unser"

Da sich infolge des strengen Winters 1946/1947 der Bretterzaun und einige Obstbäume der "Brettmannschen Badeanstalt" in Feuerholz aufgelöst hatten, war Frau Brettmann zugänglicher. Nach einer Abfindung von 300,-- Reichsmark hatte der Verein nun endlich sein eigenes Bad.

Nur Material zum Bau von Umkleideräumen und einer Bademeisterunterkunft gab es nicht, so dass alle möglichen Stellen um Hilfe ersucht wurden. Wegen Mangel an Baumaterial wurde das erste Vereinsheim aus einer alten Parzellenbude hergerichtet.

1948 war die Baracke auf dem Vereinsgelände mittlerweile mit Steinen umbaut worden; Umkleideräume und das Geschäftszimmer befanden sich im Bau. Die Erlangung der Baugenehmigung war das größte Problem, da Wasserwerk und Gesundheitsamt mit dem Bau einer Badeanstalt an der Weser nicht einverstanden waren und Einspruch einlegten.

Am 27. Mai 1948 wurde der Einspruch unter Auferlegung von Bedingungen zurückgezogen.

Inzwischen war die Zahl der Mitglieder auf über 600 angewachsen, so dass das Bauvorhaben dringend vollendet werden musste. Aber Geld und Material fehlten. Durch eine Darlehensaktion wurde bei den Mitgliedern Geld beschafft. Material bekam der Verein durch die Ausnutzung eines Bergungsscheines, der es ermöglichte, durch die Mitglieder in den Trümmern des Werderviertels Steine zu bergen. Es wurde zu einem Großeinsatz aufgerufen, aber es kamen nur die alten Mitglieder und etliche Jugendliche. Mit Hammer, Meißel und Brechstange wurden Tausende von alten Ziegelsteinen geborgen, mit dem Ziel, für die Jugend eine Badeanstalt zu schaffen.

MP VG10 1948 Steine bergen

Die Währungsreform brachte das ganze Bauvorhaben vorläufig zum Erliegen. Durch den Verkauf von Bausteinen in Höhe von RM 1,-- und RM 5,-- wurde die Finanzlage wieder aufgebessert und es gelang schließlich, die Baulichkeiten im Jahre 1949 zu vollenden. Das Geschäftszimmer diente zunächst noch als Wirtschaftsraum. Willi Grabow eröffnete mit einer Vollkonzession den Wirtschaftsbetrieb.

 

 

 

1949 Das Anbaden war ein Freudenfest. Neue Umkleideräume, die Badeanstalt war ausgebaggert worden, ein Laufsteg mit Sprungbrett und ein Boot waren vorhanden. Jetzt konnte man auch sportlich aktiv werden.

MP VG10 1948 Vereinsheim

In den Wintermonaten standen die Aufenthaltsräume auch für Jugendabende zur Verfügung.

Ende 1949 betrug die Mitgliederzahl 976 Personen.