Auch der Trainer war mal aktiv bei einem „Wettkampf“

26.Wakenitzman am 29.08.2021

Was ist das denn? Noch nie gehört?

Ein Langstreckenschwimmen über 14 km von Rothenhusen nach Lübeck im kleinen aber feinen Flüsschen Wakenitz. Dem Amazonas des Nordens mit viel Gestrüpp im Wasser.
 
Wie kommt man auf die Idee bei so etwas teilzunehmen? Unser Vereinskamerad Sven Kruse (den Älteren noch bekannt), aber leider jetzt für einen anderen Verein startend, dachte sich, dass ich der Richtige wäre für eine solche Tour, um mit ihm oder auch gegen ihn zu schwimmen. Nach Langstreckenradfahren (Bremen-Brocken-Bremen – der Bericht folgt noch) sollte es diesmal eben ein etwas längeres Schwimmen sein. Schnelles Melden war erforderlich, da die 50 Einzelstarterplätze innerhalb von 5 Minuten vergeben waren. Gesagt getan, dann noch schnell den Campingplatz gebucht und dann war alles in trockenen Tüchern. Pech, dass in der Vorbereitung, coronabedingt, kein Schwimmen in den Hallenbädern möglich war. Der Frühling machte mir mit seinen Temperaturen auch einen Strich durch die Rechnung, möglichst früh in den Unisee gehen zu können.
Hurra. Ende Mai konnte es dann losgehen. Bis zum Wettkampf habe ich dann an durchschnittlich 6 Tagen in der Woche morgens gegen 6:45 im See trainiert. Es kamen ca. 225 km zusammen.
 
Freitags am Wettkampfwochenende gestartet, ging es bei Regen und lausigen Temperaturen los. Zelt aufbauen, ging gerade noch im Trockenen. Danach wurde es immer kälter und nasser.
Fast das komplette Wochenende Regen. Beste Voraussetzungen, um am Sonntag um 08:00 Uhr in Rothenhusen bei 17 Grad Wassertemperatur zu starten.
 
Jeder Schwimmer hatte ein Kanu zur Begleitung bekommen. Irgendwo musste ja die Verpflegung (Gels und Iso-Getränke) aufbewahrt werden. Mit meinen Paddlern hatte ich vereinbart, dass sie mir alle 30 Minuten ein Zeichen zum „Essen“ geben sollen. Das funktionierte bestens. Bei der ersten Pause hatte ich schon 2,35 km auf der Uhr. Vielleicht einen kleinen Tick zu schnell? Aber ich konnte das Tempo gut halten und sammelte einige Schnellstarter ein. Bei Kilometer 11 war dann letzte Station und ich fühlte mich so gut, dass ich das Tempo noch anziehen konnte.
 
Am Schluss wurde es noch mal etwas schwieriger, denn auf dem letzten Kilometer kamen Wellen und Gegenwind dazu. Leider habe ich Sven um 45 Sek nicht mehr einholen können und kam einen Platz nach ihm ins Ziel. So wurde ich (AK 55) in der Zeit von 3h:16m:35s 5ter in der Gesamtwertung und 4ter bei den Männern. Ich bin hoch zufrieden mit meiner Leistung. Die vor mir platzierten Herren sind gerade mal 20, 30, und 40 Jahre alt.
 
Gewonnen hat übrigens eine Frau (3:09:08), die mal gerade 22 Jahre jung ist. Lotta Steinmann (Vorjahressiegerin, Weltrekordhalterin, Belt-Querung).
 
Hinterher gab es ordentlich was zu essen und zu trinken. Bei der Siegerehrung wurde jeder Starter genannt, um die erbrachten Leistungen zu ehren. Der letzte Schwimmer hat über 5,5 Stunden im kalten Wasser verbracht. Gedanklich bin ich schon wieder in der Vorbereitung auf ein 14 km Schwimmen im Amazonas des Nordens.

Carl-Heinz Meyer-Frese (Trainer Triathlon)